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Giftiger Riesenbärenklau auch in Horgenzell gesichert (29.05.2008)


Der Riesenbärenklau wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Kaukasus als imposante Zierpflanze eingeführt.
Die Verbreitung erfolgt über Samen, die zwar nur eine geringe Flugfähigkeit besitzen, aber schwimmfähig sind, so dass sie über Fließgewässer weit verbreitet werden konnten.
Jede Pflanze produziert bis zu 10.000 Samen. Die Pflanze stirbt nach der Samenreife im Alter von 2-3 Jahren ab, die Samen bleiben jedoch über mehrere Jahre hinweg keimfähig und verbleiben mitunter in mehrjähriger Keimruhe. Der Riesenbärenklau hat keine besonderen Standortansprüche und breitet sich daher schnell aus, wobei er große Flächen bedecken kann.

Alle Pflanzenteile enthalten im Pflanzensaft das Furocumarin Bergapten und das Lacton Imperatorin mit stark phototoxischen Eigenschaften. Das heißt, Hautkontakt in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) führt zu schweren Verbrennungen und phototoxische Reaktionen hervorrufen.
Bei empfindlichen Menschen genügt bereits ein einfacher Kontakt mit der Oberfläche der Blätter. Die Reaktionen zeigen sich in Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen und in schlimmen Fällen in einer Wiesendermatitis, die sich mit entzündlichen, schmerzhaften Blasenbildungen äußert. Diese können großflächig sein und Verbrennungen ersten bis zweiten Grades hervorrufen. Die Hautreizungen bzw. Blasen können wochenlang anhaltende nässende Wunden verursachen und mit anhaltenden Pigmentveränderungen einhergehen. Auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit der Pflanze sein. Unter Umständen können die Reaktionen auch wenige Tage nach Kontakt mit der Pflanze durch einstrahlendes Sonnenlicht ausgelöst werden.

Um die Pflanzen aus dem Garten zu entfernen, wird empfohlen, sie noch im Rosettenstadium am Wurzelansatz mit einem Spaten auszustechen.
Außerdem wird empfohlen, Schutzkleidung zu tragen, zu der Handschuhe, Schutzbrille, langärmelige Kleidung und Gummistiefel gehören. Alle Arbeiten sollten nur an nicht-sonnigen Tagen durchgeführt werden. Die Schutzkleidung sollte nach dem Tragen umstülpend ausgezogen und an der Außenseite nicht berührt werden. Duschen nach der Arbeit ist empfehlenswert, denn die Furane im Saft können durch Textilien hindurchwandern. Dies ist auch bei gummibeschichteten Handschuhen möglich. Es wird außerdem häufig empfohlen, die Gummistiefel nach der Arbeit von oben her mit Brennspiritus abzubürsten.

Sollten Sie in den Ortschaften, etwa am Straßenrand oder an Böschungen, den Riesenbärenklau entdecken, so verständigen Sie bitte die Gemeindeverwaltung, Tel. 07504/97010.

 





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