Schmid, Simon
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Mitte Juni steht nun auch die Esskastanie (Marone) in voller Blüte. Die männlichen Blüten hängen in langen, dünnen Blütenständen, den sogenannten Kätzchen, die bis zu 25 Zentimeter lang werden können. Sie produzieren große Mengen an Pollen und verströmen einen intensiven, oft als etwas unangenehm empfundenen Geruch.
Die weiblichen Blüten sind deutlich kleiner und unscheinbarer. Sie sitzen meist zu zweit oder zu dritt am unteren Teil der männlichen Blütenstände und erscheinen grünlich gefärbt. Aus ihnen entwickeln sich später die bekannten Kastanienfrüchte.
Jede weibliche Blüte enthält mehrere Samenanlagen. Dennoch entstehen in der Regel nur ein oder zwei Kastanien pro Frucht. Die Esskastanie ist auch aus ökologischer Sicht von großer Bedeutung: Während ihrer Blütezeit bietet sie zahlreichen Insekten, insbesondere Bienen und Schmetterlingen, eine wertvolle Nahrungsquelle.
Sitzwarten für Greifvögel verbessern den Jagderfolg und reduzieren Wühlmäuse – ein einfaches Projekt mit großer ökologischer Wirkung.
Im Nussgarten tut sich wieder etwas: Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c der Gemeinschaftsschule Horgenzell bauen unter der fachkundigen Anleitung von Frau Winski und Herrn Heissele Greifvogelstangen. Das benötigte Material sowie die Werkzeuge wurden freundlicherweise vom Leiter der Sortenerhaltungszentrale Baden-Württemberg, Dr. Ulrich Mayr, zur Verfügung gestellt.
Im unteren Bereich der Stangen bringen die beteiligten Kinder ihre Namen an, bevor sie diese gemeinsam in den Nussgarten tragen. Dort werden die bis zu vier Meter hohen Sitzwarten mit wenigen Schrauben an den Holzpfosten des Zauns befestigt.
Diese erhöhten Ansitzmöglichkeiten bieten Greifvögeln wie Mäusebussard und Turmfalke einen hervorragenden Überblick über die Fläche. So können sie gezielt nach Beute Ausschau halten. Gerade in offenen Wiesen, wie im Nussgarten, fehlen oft natürliche Sitzgelegenheiten – die Stangen verbessern daher den Jagderfolg der Vögel deutlich. Ein wichtiger Nebeneffekt ist die natürliche Reduzierung von Nagern wie Wühlmäusen, die die Wurzeln der Nussbäume schädigen können. Durch die Jagd der Greifvögel entsteht ein ökologisches Gleichgewicht – ganz ohne den Einsatz chemischer Mittel. Zugleich fördern die Greifvogelstangen die Artenvielfalt, da sie die Tiere anziehen und so zur Stabilität des gesamten Lebensraums beitragen. Insgesamt handelt es sich um eine einfache, kostengünstige und umweltfreundliche Maßnahme zur ökologischen Aufwertung und zum Schutz von Streuobstwiesen.
Ein herzliches Dankeschön an die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Horgenzell für ihr tolles Engagement!
Im Nussgarten Horgenzell fühlt sich jeder wohl. Ob frische Walnüsse, die gestern noch am Baum hingen, oder Haselnüsse direkt vom Strauch – Nussliebhaber finden hier ihr kleines Paradies.
Die Gemeinde Horgenzell arbeitet gemeinsam mit der Sortenerhaltungszentrale Baden-Württemberg daran, alte und regional bedeutende Walnuss- und Haselnusssorten zu erhalten. Durch den Klimawandel rücken diese Baumarten zunehmend in den Fokus der Erhaltungsarbeit.
Walnussbäume prägen unsere Region seit langem und gehören vielerorts selbstverständlich zum Landschaftsbild. Bereits 2016 wurden in Oberschwaben zahlreiche Walnussbäume erfasst und dokumentiert, um besonders wertvolle und charakteristische Bäume zu identifizieren.
Um diese Vielfalt zu sichern, entsteht in Horgenzell ein Sortenerhaltungsgarten mit verschiedenen Walnusssorten, besonderen Haselnüssen sowie einer Allee aus Esskastanien (Maronen).
Mit diesem gemeinsamen Projekt, das vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gefördert wird, schaffen wir einen wichtigen Baustein für den Erhalt der Sortenvielfalt in unserer Region!
Nussbäume hatten früher eine große kulturelle und symbolische Bedeutung. Sie wurden Göttern geweiht, dienten als Orte der Rechtsprechung und spielten auch im Hexen- und Feuerkult eine Rolle.
Darüber hinaus prägten sie vielerorts das Landschaftsbild:
Sie schmückten Alleen, zierten Höfe, säumten Uferbereiche und spendeten willkommenen Schatten in Weinbergen und auf Feldern. Sogar ganze Dörfer und Flurstücke wurden nach ihnen benannt – so hinterließen sie bis heute ihre Spuren in unserer Kulturlandschaft.
Weltweit gibt es unzählige Arten von Nüssen – doch bei uns zählen vor allem zwei zu den bekanntesten:
Beide Arten haben ihren festen Platz im Garten und in der Küche.
Die Walnuss erwacht: Knospen und Blüten im Frühling
Nun treiben auch die Walnüsse aus. Die Walnuss hat männliche und weibliche Blüten auf einem Baum. Allerdings werden sie nicht zur gleichen Zeit aktiv: Die männlichen Blüten erscheinen früher als die weiblichen.
Die männlichen Blüten hängen in langen, gut sichtbaren „Kätzchen“ am Baum. Sie produzieren den Pollen. Die weiblichen Blüten hingegen sind deutlich unauffälliger. Sie stehen in kleinen Gruppen von zwei bis fünf Blüten an den Enden der diesjährigen Triebe. Charakteristisch sind ihre federartigen Narben, die zunächst grünlich erscheinen und sich später rötlich färben.
Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Dabei wird der von den männlichen Blüten freigesetzte Pollen über die Luft verbreitet und von den weiblichen Blüten aufgefangen. Durch die zeitlich versetzte Reifung der Blüten wird die Selbstbestäubung erschwert und die Fremdbestäubung begünstigt.
Was viele nicht wissen: Wer eine Walnuss pflanzt, braucht Geduld. Erst mit etwa 8 bis 10 Jahren beginnt der Baum, Früchte zu tragen. Und selbst dann schenkt er uns nicht jedes Jahr eine reiche Ernte. In guten Nussjahren hängen die Äste voll, in anderen Jahren trägt er nur wenige Früchte.
Die Haselnuss gilt als Zeigerpflanze für den Vorfrühling. Der Grund dafür sind ihre Blüten, die sich – bei milden Temperaturen – schon sehr früh im Jahresverlauf öffnen. Normalerweise beginnt die Blütezeit im Februar. Verläuft der Winter besonders mild, kann sie in manchen Regionen sogar noch früher einsetzen.
Als Frühblüher ist die Haselnuss ein wichtiger Pollenlieferant für Honigbienen. An warmen, sonnigen Wintertagen werden jedoch nur die männlichen Blütenkätzchen angeflogen, da die weiblichen Blüten weder Duftstoffe noch Nektar produzieren. Die Bestäubung erfolgt deshalb durch den Wind.
Die weiblichen Blüten sind eher unscheinbar. Ein einziges männliches Kätzchen enthält jedoch etwa zwei Millionen Pollenkörner – was manchen Allergiker leider die ersten Frühlingsgefühle vermiest.
Natürlich dürfen auch unsere vierbeinigen Nussfreunde nicht fehlen: Besonders das flinke Eichhörnchen fühlt sich im Nussgarten zuhause. Mit geschickten Pfoten sammelt es Vorräte für den Winter – und sorgt dabei ganz nebenbei für neue Bäumchen.
Das Ziel der Kooperation ist es, die Erhaltung und Förderung von Walnüssen und anderen Nussarten zu sichern. Durch die Anlage eines Sortenerhaltungsgartens in Horgenzell soll die genetische Vielfalt dieser Pflanzen bewahrt und deren Bedeutung für die Region hervorgehoben werden.
Walnüsse stehen im Mittelpunkt der Erhaltungsarbeit, weil sie aufgrund des Klimawandels an Bedeutung gewinnen. Die Baumart 'Walnuss' ist in Baden-Württemberg weit verbreitet und spielt eine essenzielle Rolle in der Landschaftsgestaltung und Biodiversität. Ihre Anpassungsfähigkeit macht sie zu einem wertvollen Bestandteil der regionalen Flora.
Im Rahmen des Projekts sind umfassende Maßnahmen zur Erhaltung und Vermehrung von Nussbäumen geplant. Dazu gehören die Pflanzung verschiedener Arten wie Walnuss-, Haselnuss- und Mandelbäume. Zusätzlich wird eine Allee aus Esskastanien angelegt, die im Herbst 2025 beginnen soll. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Vielfalt und Widerstandsfähigkeit der lokalen Flora zu stärken.
Die Sortenerhaltungszentrale übernimmt die Leitung und Koordination des Projekts. Sie ist verantwortlich für die Beschaffung und Pflanzung der Bäume. Die Gemeinde Horgenzell stellt die notwendige Fläche für den Sortenerhaltungsgarten zur Verfügung und unterstützt logistisch bei der Umsetzung der Maßnahmen.
Das Projekt wird vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gefördert. Diese Unterstützung unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens für die regionale Landwirtschaft und die Erhaltung der Biodiversität.
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